Titelbild

BA-Titelbild.png

Exposé

Kick-Off Präsentation

Recherche

Zuallererst habe ich mir ein großes Bild verschafft, welche Online Ergebnisse kommen wenn ich nur „Jazz“ in Google sowie Google Scholar eingebe. Danach habe ich nach immer konkreteren Begriffen gesucht: „Jazz Audience Development“, „Jazz Publikum“, „Jazz Studien“, … und dabei auch positive Ergebnisse für meine Arbeit bekommen. Durch einen Mailaustausch mit dem Jazzinstitut Darmstadt, habe ich noch weitere Informationen bekommen sowie den Band 12 „Jazz. Schule. Medien“ der Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung, der zwar vor 13 Jahren publiziert wurde, aber für mein Thema immer noch relevant ist. Das bis dahin geführte Interview mit zwei Vertreterinnen des Bayerischen Musikrats und Jazzverband, hat mir persönlich einen weiteren Einblick in die derzeitige Relevanz und Problematik gegeben. 

Anschließend habe ich alles gelesen und Relevantes 1:1 in eine Tabelle eingefügt. Das hat mir geholfen meine Inhaltsstruktur richtig auszuarbeiten, aktuelle Themen und Diskurse mitzunehmen aber auch den Fokus auf den Nutzen für meine praktische Arbeit dabei nicht zu verlieren.

In diesem Prozess ist mir klar geworden, dass das Thema „Jazz“ sehr weitläufig ist und vielseitig behandelt werden kann. Sich in Begrifflichkeiten, Diskurse und Lösungsansätzen zu „verlieren“ kann sehr schnell gehen. Ich muss für meine Arbeit eine klare Linie finden, und an vielen Stellen auch sagen, dass ich es zwar anschneide und es wichtig ist, aber wegen der Fülle an Diskussionen nicht weiter bearbeite. Die Quellen und Studien reichen völlig aus, meine praktische Arbeit zu begründen.

P.S.: Ich muss den Titel meiner Arbeit ändern, „Jazz neu denken“ wirkt fast schon provokant nach meiner Recherche. Als würden sich Menschen dem nicht schon seit Jahren hingeben und den Kopf zerbrechen.

Vorläufige Inhaltsstruktur

Umfragen

Die explorative Online-Umfrage in meinem näheren Umfeld mit 35 Teilnehmenden zeigt, dass Jazz insgesamt positiv wahrgenommen wird. Jedoch haben alle Befragten angegeben, dass sie Jazz im Alltag „viel seltener“ (51%) oder „eher seltener“ (49%) begegnen, obwohl mehr als die Hälfte regelmäßig andere Musikveranstaltungen besucht und 14 Prozent Jazz gerne hören. 71 Prozent gaben an, Jazz vermutlich besser entdecken zu können, wenn sie ihm auf Social Media begegnen würden, etwa durch Reels und Posts. Für 46 Prozent gilt das für Playlists und Musikbeispiele, während 32 Prozent das Potenzial in einer Website oder mobilen Anwendung sehen können. 

Für meine weitere Arbeit nehme ich mit, dass eine Plattform oder Anwendung nicht nur funktional, sondern vor allem sozial anschlussfähig sein muss. Jazz darf nicht isoliert kommuniziert werden, sondern sollte dort sichtbar sein, wo die Zielgruppe ohnehin unterwegs ist, in den Sozialen Medien. 

Diese Erkenntnisse werde ich im weiteren Prozess besonders in die Konzeption der User Experience einfließen lassen. Eine mobile-first Plattform, kombiniert mit einem Social Media Konzept, scheint aus den Ergebnissen heraus ein Weg zu sein, um Jazz für junge urbane Zielgruppen erlebbarer zu machen. Eine App, die erstmal runtergeladen werden müsste, wäre für den Einstieg eher eine weitere Hürde.

Interview mit Expertinnen

Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Valentina Oefele (2. stellvertretende Vorsitzende des bayerischen Jazzverbandes) und Desiree Dischl (Referentin Jazz des bayerischen Musikrats)

Im Gespräch mit Valentina und Desiree wurde mir nochmal bewusst, dass das eigentliche Problem nicht ist, dass junge Leute kein Jazz hören, sondern der Zugang dazu. Jazz an sich wird gar nicht zwingend als schlecht wahrgenommen, sondern eher als elitär oder schwer greifbar. Beide meinten, dass viele Menschen Jazz eigentlich mögen würden, wenn sie einmal die Berührungspunkte hätten. Das hat mich in meiner Idee bestärkt, dass man vor allem am Einstieg arbeiten muss und wie dieser kommuniziert wird.

Spannend war auch der Punkt, dass viele Jazzclubs, vor allem in Bayern, strukturell ganz anders aufgestellt sind, als herkömmliche Clubs. Vieles läuft ehrenamtlich, wo Budgets knapp sind und Marketingstrategien oft nicht wirklich vorhanden oder nicht bewusst formuliert sind. Das heißt aber nicht, dass es Veranstalter:innen egal ist, sondern eher, dass Ressourcen fehlen. Das muss man mitdenken, wenn man mit einer neuen Idee „von außen“ reinkommt.

Was für mein Design besonders hängen geblieben ist, ist dass gutes Design Wertschätzung signalisiert. Wenn ein Festival oder Club visuell durchdacht auftritt, fühlt man sich eher eingeladen. Es wirkt professioneller und nicht wie „wir haben halt irgendwas schnell zusammengeschustert“. Gleichzeitig wurde auch klar, dass Gestaltung häufig hinten runterfällt, wenn nur 20% der Förderung überhaupt für Werbung und Außenauftritt eingesetzt werden dürfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war Storytelling. Statt nur Veranstaltungen zu listen, könnte man mehr über die Hintergründe erzählen, wie über Clubs, ihre Geschichte und warum sie existieren. Gerade alte Jazzclubs haben oft eine coole Story, die aber online nicht wirklich rüberkommt. Vielleicht geht es also weniger darum, alles neu zu machen, sondern das Bestehende neu zu erzählen. Hier könnte Social Media ein guter Ankerpunkt sein.

Was auch interessant war und Anklang fand war die Idee, gezielter über Instrumente oder Besetzungen zu filtern. Viele Menschen sind vielleicht keine „Jazzfans“, aber mögen Gesang, Klavier oder bestimmte Sounds. Das könnte ein Ansatz sein, Jazz nicht als Genre zu labeln, sondern über konkrete musikalische Vorlieben zugänglich zu machen.

Beim Thema Eintritt wurde klar gesagt, dass kostenslose Eintritt meist nicht die Besucher:innen-Reaktion hat, die man im ersten Moment vermutet. Modelle wie „Pay What You Want“ oder gestaffelte Preise wirken nachhaltiger, weil sie Wertigkeit erhalten und trotzdem Zugang ermöglichen. Auch Workshops und Mitmachformate wurden als wichtiger Einstieg gesehen, weil sie Leute nicht nur konsumieren, sondern teilhaben lassen.

Was ich aus dem Gespräch vor allem mitnehme ist, dass weniger ein Imageproblem, sondern ein strukturelles Kommunikations- und Zugangsproblem besteht. Für mein Projekt heißt das, dass ich Jazz nicht „neu erfinden“ kann, wie in meinem bisherigen Thesistitel angedeutet, sondern den Zugang anders gestalten sollte.

Interviews auf Jazz Veranstaltungen

Am 13.09.2025 fanden zwei Konzerte vom Jazzforum Bayreuth statt, an denen ich sowohl privat als auch aus beruflichen Gründen teilgenommen habe. Im Bechersaal Bayreuth habe ich in einem Interview mit zwei Personen gesprochen, während im Glashaus Bayreuth die zwei Interviews mit meinen Kolleginnen zusammen geführt wurden. Wir hatten nicht nach dem Alter gefragt, aber die Personen wurden von uns dem Aussehen nach überwiegend als junge Erwachsene eingeschätzt.

Bechersaal Bayreuth

Frage: Wann und wie habt ihr von diesem Konzert beziehungsweise vom Jazz-November erfahren?

Eine Person erzählte, dass sie selbst in der Veranstaltungsbranche arbeitet und dadurch schon länger immer wieder von „Jazz in Bayreuth“ mitbekommt. Die andere meinte, sie habe vom Jazz-November schon öfter gehört, lebe aber nicht mehr in Bayreuth und sei heute tatsächlich das erste Mal auf einem Jazzkonzert hier. Der konkrete Besuch kam zustande, weil sie die Band kennen.

Frage: Geht ihr generell oft auf Jazzkonzerte?

Beide antworteten eher zurückhaltend. Eine Person sagte, sie sei in ihrem Leben vielleicht vier- oder fünfmal auf jazzartigen Konzerten gewesen. Die andere erinnerte sich an einen einzigen Besuch in einem Jazzclub in Amsterdam.

Frage: Was war das für ein Konzert im Jazzclub in Amsterdam?

Das wurde als klassischer, dunkler, leicht verrauchter Keller beschrieben – genau so, wie man sich einen Jazzclub vorstellt. Im Vergleich dazu wirke der Bechersaal ganz anders. Hier müsse man wirklich zuhören, die Musik lasse sich nicht nebenbei konsumieren. Man sei automatisch aufmerksamer.

Frage: Wie nehmt ihr die Atmosphäre hier wahr?

Im Gespräch kam zur Sprache, dass Licht, Raumgröße und Setting viel ausmachen. Der helle Raum, die Sitzbänke, die Bierkrüge – all das präge die Stimmung. Gleichzeitig fiel der Gedanke, dass eine dunklere, „verruchtere“ Atmosphäre mit gezieltem Licht vielleicht eine andere Stimmung erzeugen würde.

Frage: Über welche Kommunikationswege bekommt ihr von Konzerten mit?

Hier fiel ziemlich klar: Social Media, vor allem Instagram. Zusätzlich spielt bei einer Person auch die Arbeit eine Rolle. Außerdem wurde erwähnt, dass man bestimmte Locations kenne und wisse, wann dort gute Musik läuft. Auf die Nachfrage nach Plakaten oder Flyern kam eher ein „selten“.

Glashaus Bayreuth: 1. Interview

Frage: Seid ihr begeisterte Jazz-Hörer?

Eine Person erzählte, dass sie tatsächlich viel Jazz hört, zum Beispiel im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Die andere meinte knapp, Jazz sei „cool“.

Frage: Was begeistert euch am Jazz?

Eine Person sagte, Jazz lasse sie runterkommen und öffne irgendwie das Herz. Man höre einfach schönen Melodien zu. Die andere griff das Wort „Herz“ auf und beschrieb Jazz als sehr emotionale Musik, bei der man gut mitfühlen könne.

Frage: Welches Gefühl gibt euch die heutige Musik hier?

Spontan fielen Worte wie „Strand“ und „Sommer“. Eine Person meinte außerdem, sie habe heute ein neues Lied entdeckt, das sie direkt in ihre Playlist aufnehmen würde. Konkreter beschreiben könne sie das Gefühl im Moment gar nicht.

Frage: Wie seid ihr auf das Konzert gekommen?

Eine Person sagte ganz offen, sie sei eigentlich nur wegen ihres Freundes hier. Die andere erzählte, ihre Mutter habe sie darauf aufmerksam gemacht. Auf Social Media oder durch Plakate hätten sie im Vorfeld nichts davon mitbekommen. Erst im Gespräch entstand Interesse daran, sich den Instagram-Account des Jazzforum Bayreuth anzuschauen.

Glashaus Bayreuth: 2. Interview

Frage: Mit welchen Erwartungen bist du heute hierher gekommen?

Die Person beschrieb sich als offen und neugierig. Sie kannte die Band nicht und wollte einfach sehen, was sie erwartet.

Frage: Wie empfindest du die Musik heute hier?

Die Antwort fiel knapp aus: entspannt und „chillig“.

Frage: Wie hast du von der Veranstaltung erfahren?

Hier spielte ein Plakat in der Stadt eine Rolle. Zusätzlich kam ein Hinweis aus dem familiären Umfeld. Gleichzeitig war dies der erste bewusste Kontakt mit Jazzmusik überhaupt.

Fazit

Was in allen Interviews auffällt, ist dass kaum jemand aktiv nach einem Jazzkonzert gesucht hat. Der Besuch entstand meist über Hinweise aus dem Umfeld wie Freund:innen, Familie, Arbeit oder Zufall wie das Plakat in der Stadt. Gleichzeitig wurde das Erlebnis vor Ort durchweg positiv beschrieben. Ablehnung der Musik gegenüber war nicht spürbar, eher eine gewisse Distanz im Vorfeld zum Jazz als Genre. 

Für mich wurde dadurch deutlich, dass die Hürde nicht im Moment des Hörens liegt, sondern davor. Zwischen dem Begriff „Jazz“ und dem tatsächlichen Erleben scheint eine Lücke zu bestehen. Wer einmal im Raum sitzt, hört aufmerksam zu und findet oft etwas für sich. Der Zugang dorthin bleibt jedoch häufig abstrakt.

Genau hier möchte ich in meinem Design ansetzen. Ich möchte Jazz nicht erklären, sondern bereits vor einem Konzert auf eine Weise vermitteln, wie sich die Stimmung, der Klang und die Atmosphäre anfühlen könnten. Wie es sich tatsächlich anfühlt, kommt natürlich immer erst bei dem Konzert wenn man vor Ort ist. Aber um diese Diskrepanz mit dem Begriff „Jazz“ und der tatsächlichen Musik der Künstler:innen aufzulockern, muss ich nicht nur durch Bandname, Bild und Text Events darstellen, sondern durch etwas was man gleich „erleben“ und dementsprechend abwägen kann.

Jazzverband Tagung 2025

Am 08.11.2025 fand die Tagung des Bayerischen Jazzverbands in der Trendsporthalle Ingolstadt statt. Zusammen mit einem ehrenamtlichen Mitglied des Bayreuther Jazzforums haben wir an den Vorträgen „Publikumsentwickling - Publikum gewinnen & halten“ von Karla Hirsch und „Fair veranstalten - Barrieren abbauen und fair veranstalten“ von Linda Ann Davis teilnehmen dürfen. Da meine Arbeit sich vor allem mit dem ersten Vortrag überschneidet, und es viel Anklang im Publikum gab, dass aus Jazzclubs- und Vereinen aus Bayern bestand, wird im Folgenden vor allem davon berichtet. Die Referentin Karla Hirsch ist Fundraising- und Kommunikationsexpertin für Kulturbetriebe, Texterin, Redakteurin und Übersetzerin.

Erkenntnisse aus dem Austausch mit den Teilnehmenden

Das Publikum war sehr diskussionsfreudig rund um das Thema Publikumsgewinnung, was offensichtlich einen wunden Punkt bei vielen Jazzclubs und Veranstaltungsstrukturen in Bayern traf. In einer Fragerunde, was den Jazzclubs vor Allem am Herzen liege, wurde deutlich mit welchen Herausforderungen diese derzeit konfrontiert sind. Mehrere Stimmen betonten, dass im Publikum sowohl junge wie auch finanzstärkere Zielgruppen fehlen. Gleichzeitig wurde immer wieder das Problem mangelnder finanzieller Mittel für Werbung thematisiert und wie man ohne großes Budget überhaupt an Sichtbarkeit gewinnen könne. Oft sind die Gespräche in eine finanzielle Thematik umgeschwankt, was die Frustration nach Erhaltung der Clubs nur deutlicher machte. Viele sahen die Lösung darin mit neuen jungen Menschen, denen man Jazz näher bringen solle. 

Ein weiterer Punkt war die Wahrnehmung des Begriffs „Jazz“ selbst, dem von den Teilnehmenden ein Abschreckungspotenzial zugeschrieben wurde und eine mögliche Erklärung warum die Musik hinter dem Jazz oft gar nicht das Problem sei sondern die Vermarktung. Auch die Aussage, dass junge Menschen häufig nicht kommen wenn Veranstaltungen von älteren Generationen organisiert werden, fiel mehrfach. Als positives Gegenbeispiel wurde ein Jazzclub genannt, der mit stadtfinanzierten Open-Air-Konzerten auf einem Stadtplatz neue Zielgruppen erreichen und halten konnte, wodurch in den letzten Jahren mehr Zuwachs entstanden ist. So konnten Menschen für sich entdecken, dass Jazz doch etwas für sie sei. Dazu wurden in diesem Jazzclub Konzertmitschnitte auf YouTube veröffentlicht, um niedrigschwellige Einblicke in die Musik zu ermöglichen. 

Erkenntnisse in Hinblick auf Design und Publikum

Karla Hirsch betonte in ihrem Vortrag, dass klassische Kanäle wie Zeitungen, Plakate und Social-Media-Anzeigen weiterhin große Reichweite bieten, jedoch vor allem niedrigschwellige Formate für alle entscheidend sind. Sie machte deutlich dass junge Menschen eher kommen, wenn „Jugendlichkeit“ sichtbar nach außen getragen wird. Das geschieht vor allem über Design, Bildsprache, Personal und die Darstellung junger Menschen auf Veranstaltungen. Community Building sei zwar ein wichtiger Bestandteil von Audience Development, aber nicht zwingend der erste Schritt, wenn es darum geht neues Publikum zu gewinnen. Besonders wichtig sei auch, junge Menschen anzusprechen, ohne dabei das bestehende Stammpublikum zu verlieren.

Im anschließenden persönlichen Austausch mit Karla Hirsch habe ich Wertwolle Hinweise auf weiterführende Literatur bekommen aber auch auf die Plattform kubi-online.de, was mir Bestätigung in meiner bisherigen Recherche gegeben hatte. Meine Designidee einer Jazz-Veranstaltungsplattform wurde dabei sehr positiv aufgenommen.

Ableitung für konkrete Funktionen in der Designarbeit

  • Möglichkeit Clubs zu speichern und per Push-Benachrichtigung über neue Konzerte zu informieren

  • Favorisieren von Bands für mitreisende Fans

  • Evtl. Einbindung besonderer Orte wie Altenheime, Jugend- oder Migrationszentren

  • Sprachweiche

  • Umfangreiche Filtersysteme nach Preis, Venueart, Instrumenten oder Ort 

  • Sortierfunktionen nach Datum, Preis, Aktualität oder persönlicher Relevanz

  • Angaben zur Barrierefreiheit und vorhandenen Hilfsmitteln bei Venues

Fazit

Die Tagung hat für mich gezeigt, dass viele der diskutierten Herausforderungen - wie mangelnde Sichtbarkeit, fehlende junge Zielgruppen, geringe Budgets und fehlende digitale Strukturen - direkt an den Kern meines Designprojekts anschließen. Es wurde deutlich wie groß der Bedarf an zeitgemäßen, niedrigschwelligen und gut gestalteten digitalen Lösungen im Jazzbereich tatsächlich ist.

Why/How/What

Zielgruppe

Sitemap

Sitemap Stand Ende November

BA-2025-Sitemap-Stand-30-11.png

Funktionsbeschreibung

Im Prozess der Funktionsbeschreibung und nach einem BA Seminar ist eine weitere Option aufgekommen: Das Zusammenführen der Events und der Video-Clips. Die „Einstellungen“ wurden zu einem Profil gemacht, in dem es nun vorrangig um gespeicherte Favoriten und Playlists geht. Die Einstellungen sollen dann über ein klassisches Icon z.B. zugänglich gemacht werden. Jetzt sind jedoch viele Funktionen gedoppelt, im „Home“, „Short Videos“ und „Profil“ Bereich sind Playlists wie auch Favoriten zu finden. 

Durch die User Flows und das Wireframing kann mehr darauf eingegangen werden an welcher Stelle welche Funktion, oder sogar Doppelung einer, sinnvoll ist. Auch ob es Sinn macht Short Videos und Klassische Events zusammenzuführen und damit die Listenfunktion nicht zu benutzen.

User Stories

User Journeys

User Flows

Die User Flows geben ein Bild über die einzelnen Schritte und aufkommenden Fragen, wie auch Schleifen die User durchgehen werden. 

Dabei ist mir aufgefallen, dass all diese User sich eigentlich auf der selben Seite bewegen. Ob das sinnvoll ist und alle ihren User Flow schnell durchspielen können, oder es an manchen Punkten Hindernisse gibt und ein unübersichtliches Interface werden die Wireframes zeigen.

Wireframes

Variante 1

Bei der ersten Wireframes Variante, habe ich die Bottom Tab Navigation nach „Home“, „Suche“ (nur Events), „Jams“ (Short Videos) und „Profil“ unterteilt. Der Gedanke dabei war die Eventsuche und die Short Videos getrennt zu halten, um einmal gezielt nach der klassischen Eventsuche gehen zu können wenn einen die Videos nicht interessieren aber auch die Möglichkeit zu haben über die Videos Events zu finden. Das hat sich als sehr verschachtelt dargestellt, da so zwei Navigationspunkte dieselben Events darstellen und dadurch für Verwirrung sorgen kann. Es ist nicht klar gewesen auf was die App so ihr Schwerpunkt legen möchte.

Wireframes Variante 1 Prototype Link

Variante 2

Bei der zweiten Variante der Wireframes, habe ich die Eventsuche wie auch die Jams (Short Videos) auf einen Navigationspunkt reduziert. Das hat viel Aufschluss darüber gegeben, dass es auch zusammen gut intuitiv funktionieren kann und der User trotzdem auf alle Detailseiten kommt, die er/sie braucht. Zum einen ist es technischer wahrscheinlich sinnvoller alles in eine Datenbank legen zu können, aber auch gestalterisch, weil so die Events eine klare Linie bekommen können, wenn auch unterschiedliche Ansichten haben werden. Jetzt heißt es nur noch: Wie kann ich die Events als „Doom“ Scroll-Jam, als kleinen Jam in einer Gridansicht und als Listenansicht in der Suche darstellen, ohne vom Hoch- ins Querformat wechseln zu müssen, sondern konstant denselben Bildausschnitt für den Wiedererkennungswert zu benutzen. 

Auch aus Sicht der Veranstaltenden wäre es sinnvoller nur ein Video/Bild in einem Format hochladen zu müssen. Es ist zwar etwas ungewohnt ein Event mit einem Hochkanten Bild in einer Listenansicht zu haben, ich denke jedoch dass man sich durch die Konsistenz daran gut gewöhnen kann, und es irritierender wäre die Standard Queransicht zu benutzen.

Wireframes Variante 2 Prototype Link

Moodboards

Ich habe kein Moodboard im herkömmlichen Sinne, aber eine kleine Sammlung an Branding Darstellungsformen von anderen Jazz Veranstaltungen gemacht, die zu meiner Zielgruppe gut passen, weil sie modern und dynamisch wirken. 

Weil im Laufe des Projektes der Fokus immer mehr auf den UX Aspekt gerückt ist, hatte ich für ein ausgiebiges Branding leider keine Kapazitäten mehr übrig gehabt. Jedoch ist die Gestaltung und Bedienbarkeit der Funktionen in der Anwendung inspiriert von bekannten Apps wie Eventbrite, Eventim, Shotgun, Spotify, Instagram und TikTok. Diese habe ich miteinander verglichen und konnte so meine Components wie Buttons, Textfelder und Funktionen durch Klick auf Icons für heutige Standards intuitiv gestalten. 

Die Top Tool Bar der App, wurde an die Human Interface Guidelines und dem neuen Software Update (iOS Version 26.2) von Apple angelehnt.

Vergleich von Textfeldern in Kurzvideos

Um herauszufinden, welche inhaltlichen Felder für das Hochladen von Short-Videos relevant sind, (um diese plattformübergreifend hochzuladen und somit Metatags durch API’s mitzunehmen) habe ich die unterschiedlichen Textfelder der Plattformen Instagram, TikTok und Youtube verglichen. 

Insgesamt habe ich dadurch festgestellt, dass die Plattformen unterschiedliche Schwerpunkte andeuten. Instagram hat die Schwerpunkte eher auf soziale Interaktionen und Community-Einbindung. Hier gibt es Funktionen wie Umfragen, Reminder, Fundraising, Personen- und Standortmarkierungen. TikTok fokussiert sich eher auf Reichweite und virale Weiterverwendung von Content. Man kann hier auch externe Links für z.B. Ticket- oder Eventseiten miteinfügen ohne dafür extra bezahlen zu müssen. YouTube hingegen setzt mehr auf Kontrolle und Sichtbarkeit. Damit werden sie eher auf YouTube gehalten, anstatt plattformübergreifend Reichweite zu bekommen.

Ich konnte mit dem Vergleich die Auswahl für das Overlay mit der Informationsebene für meine Kurzvideos besser treffen. Meine Idee war sie so auszuwählen, dass sie auf unterschiedlichen Plattformen geteilt werden können, ohne viel Hinzufügen oder Weglassen zu müssen.

Vergleich von Entwicklungsansätzen

Für das Mitdenken der technischen Umsetzung habe ich eine Tabelle erstellt, die Web/PWA, Native IOS und Native Android anhand von ein paar Kriterien vergleichen soll, damit ich begründen kann warum ich mich für iOS entschieden habe, und meine App so aussieht und funktioniert, wie sie nunmal aussieht und funktioniert. Ich hatte einen gut hohen Anspruch an die Recherche, weshalb das nicht mehr in die Thesis geschafft hat. Das ganze technische Wissen anzueignen, um zu wissen nach was ich überhaupt suche, hat den Rahmen für mich etwas gesprengt. Nichtsdestotrotz, wollte ich das wenigstens in der Incom Dokumentation speichern, dass der Gedanke daran nicht verloren geht. Die Tabelle ist eher eine eigene Einschätzung, als fundiertes Wissen nach Quellen (sollte deshalb nicht so ernst genommen werden, bestenfalls…)

Quellen für die drei Möglichkeiten:

iOS: Human Interface Guidelines 

Google bzw. Android: Material Design 3

Mozilla: Progressive Web App

Quellen mit Vergleichen:

AWS: Web vs. Native vs. Hybrid

Native Apps vs. Progressive Web Apps: A Comparative Analysis of User Experience and Development Costs

Screenshot 2026-02-25 at 00.41.26.png

Finaler Prototyp

Der finale Prototyp ist ein Ergebnis aus der UX-Recherche und Methodik wie auch ein Teil vom Testing. Die Farben Blau und Orange sind bewusst ausgewählt, da die Farbe Blau in der Jazzgeschichte eine tiefe Bedeutung hat (mehr dazu in der Thesis) und die Farbe Orange als Komplementärkontrast das sterile Blau auflockert und für die warme Atmosphäre in Jazzclubs stehen soll. So sollen auch Events und Artists voneinander unterscheidbar sein. 

Die Events haben drei Ansichten: Großformat im Video-Scroll, Mittelformat in der Grid Ansicht und Kleinformat in der Listenansicht. Letztere sieht man bei der Stichwortsuche. Dadurch soll der User selber entscheiden können, wie die Events gesucht und erlebt werden wollen.

Das Logo ist aus der Schrift „Strawford“ entstanden. Das Bild-Logo bzw. Icon ist 3-farbig, hat aber auch vereinfachte Versionen für jeden Gebrauch. Auf den zweiten Blick: Das „o“ von „outakt“ ist als Vinylplatte im Icon. Mehr dazu, warum ich etwas wie designed habe, in der Thesis dieser Arbeit.

->     Finaler Prototyp Figma Link     

Testing

Screencast

Präsentationsvideo

Styleguide

Der Styleguide ist so konzipiert, dass neben den visuellen Aspekten, es auch die ersten technischen Informationen hergibt, die ein Developer braucht um die Style-Klassen in einer PWA (Progressive Web App) oder Nativen App hinterlegen zu können. Um Responsive Design zu beachten, habe ich die Pixelwerte in rem oder em umgerechnet. Hierbei gilt 10px ≙ 1 rem, weil so die Umrechnung und Kommunikation zwischen Designer und Developer meiner Erfahrung nach einfacher funktioniert. 

Die Farben wurden nach „neutrals-00“ oder „primary-70“ benannt. Die Zahl „00“ ist der hellste HEX-Wert (#FFFFFF), während „100“ den dunkelsten anzeigt (#000000). Das mache ich für den Fall dass eine neue Farbe hinzukommen würde, die dann mehr Bezeichnungmöglichkeiten hat wie etwa „neutral-75“. Für die Ordnung ist das übersichtlicher als den Farben Fantasienamen wie „Midnight Blue“, oder „Royal Blue“ zu geben und sie dann nicht gut einordnen zu können. Das ist auch aus Erfahrungswerten und Tipps anderer Designer:innen.

Thesis

Zusammenfassung